By the way 148 - Ob Dortmund oder Darmflora – die Rechnung für wenn’s geil ist, die kommt immer...

Bitte entschuldigen Sie mich mal – ich muss aufs Klo. Muss ich häufiger derzeit. Die Suppe aus roten Linsen und Hähnchenbrustfilet, gewürzt mit Curry, gefinished mit frischem Koriander, die war einfach super. Der ganze große Topf war super. Dann noch eingeladen bei Freunden, Chili und Rotwein – irgendwann kommt die Rechnung. 

Andererseits kann man sich auf dem Klo ungestört über die Tabelle der Fußball Bundesliga amüsieren. Ich mein, Letzter?! Nach 13 Spieltagen?! Die BVB-Menschen halt immer so dünnhäutig, gleich schlechte Laune und eingeschnappt und so. Konnte man eigentlich nicht rechnen damit, weil über andere Clubs immer fleißig und heftig gefeixt, die Bienen. Mit ihren 129 Verletzten. Und ihrem Mimimi. Aber mal ganz im Ernst: Was die Bayern machen, das kann man eben nicht so einfach nachmachen. Nicht dauerhaft. Höchstens mal ein paar Jahre, mit einem super Trainer und super viel Glück und Gespür mit den Verpflichtungen und dem Nachwuchs. Fünf Jahre oben mitspielen, auf allen Hochzeiten tanzen, total angesagt, alle so „echt geil ey, der BVB, der Kloppo, die Jungs“ – aber dann halt auch Rechnung präsentiert bekommen, zack. Besser dann, man hat sich nicht allzu weit aus dem Fenster gelehnt vorher. Denn jetzt geht die Aktie in den Keller, der Boulevard bringt Liveticker zum Krisentraining, und Kevin muss bei Insta die längsten Texte seines Lebens schreiben. In adventlicher Milde mag man dem BVB wünschen, dass wenigstens die gestrige Weihnachtsfeier harmonisch verlaufen ist.

Ein wenig weihnachtliche Harmonie ist jetzt wohl auch beim VfB Stuttgart möglich, nachdem sie den Trainer verpflichtet haben, der sie schon letzte Saison vor dem Abstieg gerettet hat. Und den sie dann nicht mehr haben wollten, warum auch immer. Jetzt sind natürlich ruckizucki wieder die Champions League Plätze in Sicht, die Konkurrenz aus Dortmund scheint nichts zusetzen zu können. Ich unterstelle übrigens, dass sie außer der Handynummer vom Huub keine weiteren Trainernummern kannten – höchstens Keller noch. Darum konnten sie auch niemanden sonst fragen, man muss in der Misere auch die positiven Aspekte klar aufzeigen. Mit Huub durch die Saison, Abstieg ausgeschlossen, dann kommt Tuchel, der Wahnsinnige, mit eigenem Team und allen Kompetenzen, den Verein von unten nach oben umzukrempeln und zur Blüte zu treiben. Wenn das alles läuft, wenn die neuralgischen Positionen gemäß eines Planes besetzt sind, der den sportlichen Erfolg zum Ziel hat, dann können sie meinetwegen auch ausgliedern, Kohle scheffeln, in Beine investieren, weißrot zum neuen schwarzgelb machen. Also zu dem schwarzgelb, das wir bis letztes Jahr kannten. Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte nochmal...

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