By the way 143 - mit Roger, dem Tier, David, dem Spießer, Dieter, dem Kabarettisten und der widerruflichen Gratiseinwilligung...

Der letzte Samstag, das war schon ein Ding. Grundsätzlich positiv das Spiel des VfB Stuttgart in Frankfurt angegangen und alle Höhen und Tiefen eines Fußballspiels durchlebt. Von „wir dürfen nie vergessen, wo wir herkommen“ bis zu „diese Jungs, diese phantastischen Jungs“ und sogar „Harnik, mein Harnik“ das große Einmaleins der entsprechenden Phrasen gedroschen, beseelt vom 4:5 in den Abend gegangen und im Laufe des Selbigen freudigst eine Pink Floyd Doku gesehen. Schon ziemlich genial, die Herren Waters, Gilmour, Wright und Mason, Barrett auch, immer im kreativen Konflikt Tier-Waters vs Spießer-Gilmour. Echte Visionäre, ihrer Zeit weit voraus, frage nicht. 

Und dann kommt da dieses seltsame Thema Dieter Nuhr daher. Hart angegangen zwar von konkurrierenden Boulevard-Hypes wie Pep und Bibi, oder mehr so regionalen Hypes wie Dobrindt vs Hermann, aber Spitzenposition all over doch für Nuhr vs Salafisten. Wobei man’s ja nicht verstehen muss, dass da so ein Gewese drum gemacht wird, dass vor allem eine solche Menge geifernder akademischer Hohlköpfe tatsächlich dem Herrn Kabarettisten die Schuld an dem Drama gibt, was ist los? Wird ja wohl niemand gezwungen, den gut zu finden, aber hallo. Ich jedenfalls gerne #teamnuhr, schon deshalb, weil der bei meinen Freunden von viDeli seinen Wein gekauft hat. Da muss man einfach zusammenhalten, die Reihen dicht geschlossen. Noch viel dichter übrigens als die Reihen rechtsnationaler Arschlöcher, die meinen, in Herrn Nuhr eine neue Gallionsfigur entdeckt zu haben...

Noch weitaus seltsamer als das Nuhr-Ding natürlich die „widerufliche Gratiseinwilligung“. Wir erinnern uns: Endlich auch mal was von diesem Internetgeld wollten die in der VG Media organisierten Verleger haben. Google soll ihre Artikel mit Kurzvorschau anzeigen, aber dafür bezahlen, quasi Zwangsabgabe, GEZ, IHK. Also lobbyierten sie so lange bei der Bundesregierung, bis diese das Leistungsschutzrecht durchgepaukt hat, dem zu Folge Google den Verlegern bezahlen müsste. Nun war der desaströse Ausgang dieses Theaters ungefähr noch klarer vorhersehbar als alle von George W. Bush initiierten Kriege zusammen, weil Google natürlich nix bezahlt, aber halt auch gesagt, wir zeigen einfach nix mehr an. Da erteilten die Verleger dem Suchriesen flott aber trotzig wie kleine Kinder ebendiese widerrufliche Gratiseinwilligung, weil Gesetz ist da, aber ohne Google halt auch kein Traffic auf den Seiten. Thema immer noch seltsam, was denn, wie denn – am Ende große Intrige. Weil Google ja auch nicht die Heilsarmee, und jetzt wer hat denn keine „unwiderrufliche Gratiseinwilligung“ bekommen? Ganz klar, die anderen Suchmaschinen. Also dürfen die nix mehr anzeigen ohne zu bezahlen, das darf nur Google. Große Mischpoke, aber auch großer Move, das muss man sagen. Ich jedenfalls sage: Hier darf jeder lesen, und Google darf meine Texte gerne als Snippets anzeigen. Was nicht heißen soll, dass ich nicht auch gerne verlegt werden würde...

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