By the way 106 - wer süß ist, wird geteilt, wer gebrannt ist, scheut das Feuer, und wer den ADAC zerbombt, der wird Kanzlerkandidat...

Kurzer Reimeinstieg heute: Der ADAC in schwerer See. Noch nicht kapiert, was dahintersteckt, wer dahintersteckt, welche Intrige wirklich ausgefochten wird. Spekulation zum Fernziel der ganzen Affäre: PS-Lobby schwächen, Tempolimit auf deutschen Autobahnen einführen. Damit irgendwer nachher angeben kann mit seiner Stärke und Durchsetzungskraft, Kanzlerkandidat, ganz klar. Genauso bei der Energie: Da streiten sogar die Genossen intern über die Wende der Energiewende, aber ums Klima oder die Zukunft der Menschheit geht’s niemand. Es geht, Überraschung, ums Geld und darum, wer im nächsten Wahlkampf als Sieger dasteht, weil er seine Positionen durchgebracht hat.

Was wissen wir schon, nix wissen wir. Nur mutmaßen, spekulieren, argwöhnen, aus Erfahrung klug werden. Der Unterschied zwischen Zentralafrika und Syrien? Warum wir alle auf einer Bundeswebsite unsere Emailadresse abgeben sollen zwecks Überprüfung auf Hack, und warum wir dann alle dieselbe Antivirensoftware runterladen sollen? Keine Ahnung wirklich, aber Sprichwörter zur Hand, mehrsprachig: Gebranntes Kind scheut das Feuer, once bitten twice shy und so. Damit läufts bei uns.

Und der FC Bayern verliert 0:3, in Österreich, gegen Österreicher, an Peps Geburtstag, und keinen juckt es. Vitaly Klitschko juckt es dafür ganz gehörig, denn der wurde beim Demonstrieren abgelöscht – hier aber auch allerhöchstens gelangweiltes zur Kenntnis nehmen. Die Geigentussi aus bzw für Thailand fährt in Sotschi Slalom, auch ok, verkauft sie vielleicht wieder mehr Musik danach, aber hey, total egal. Juckt keinen, ist ja Dschungelcamp. Der mediale Mammutbaum, der allen und allem Anderen das Licht zum Wachsen nimmt. Kein Hahn mehr, der nach Schumi kräht, am Wochenende geht die Liga wieder los – so what? Wir wissen alles über Wendlers Wende, was braucht man mehr? Vorschlag, Konter, sofort: Grade ist ein neuer beinharter Don Winslow auf deutsch erschienen, das ist was zum Lesen, Leute. Auf den freu ich mich sehr.

Und zum Schluss sei dem Rat der Julia Engelmann gefolgt, einfach mal was echt total Verrücktes zu tun, so wie zB nachts ganz lange aufbleiben oder auf das höchste Hausdach der Stadt steigen: Völlig total verrückte Behauptung hiermit auf- und in den Raum gestellt, das die süße Poetryslammerin/Psychologiestudentin/Soapdarstellerin (was mit P wäre noch besser hier, Alliteration und so) vor allem deshalb so viral geht, weil sie eben süß ist. Nicht dass gegen ihren schönen Vortrag irgendwas zu sagen wäre - aber wenn sie aussähe wie Elton oder wie Tanja Gönner, dann hätte auch bei ähnlich cleverem Marketing keine Sau das geteilt, wetten...?

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