By the way 105 - vom Zusammenhang zwischen Herzinfarkt und Homosexualität, und mit Abkürzungen wie LGBT und FABGLITTER...

Achtung, Dicke! Ihr könnt Sport machen soviel Ihr wollt – den Herzinfarkt kriegt Ihr trotzdem häufiger als total unsportliche Dünne. Das sagt zumindest eine neue schwedische Langzeitstudie an über 700.000 Männern. Dass bislang immer das Gegenteil behauptet wurde ist dabei genauso egal wie die Studie selbst. Denn sicher kommt schon bald das nächste Ärzteteam mit nochmal anderen Erkenntnissen, zum Beispiel zum Zusammenhang zwischen Herzinfarkt und Homosexualität.

Ein echtes In-Thema dieser Tage, dank „Hitz, the Hammer“. Ein Thema auch, das wieder mal zeigt, wie doof die Menschen sind. Man sollte ja eigentlich annehmen, im zivilisierten Mitteleuropa des 21. Jahrhunderts wäre es eine fuckin’ Selbstverständlichkeit, unsere warmen Brüder und Schwestern als ganz normale Menschen zu behandeln – auch im Rahmen des schulischen Sexualkundeunterrichts. Aber weit gefehlt: Da schreien viele, sie müssten sich jetzt wohl bald dazu bekennen, einer exotischen heterosexuellen Minderheit anzugehören. Da laufen tatsächlich Petitionen gegen die Thematisierung anderer als heterosexueller Orientierungen im Schulunterricht, gleich als ob den Kindern von den Lehrern fortan befohlen werde, schwul oder gleich transgender zu werden. Könnte man glatt eine Homophobenphobie ausprägen. Wobei die ganzen engstirnigen Petitionsschreihälse natürlich in einem Punkt sehr Recht haben: Es ist schade, dass um das ganze Thema ein solches Gewese gemacht wird, denn bei einem normalen Umgang mit der Sache wäre das alles gar nicht nötig. Dann könnten alle, die früher als „Drittes Geschlecht“ bezeichnet wurden und sich heute Kürzel wie LGBT oder auch mal FABGLITTER (fetish, allies, bisexual, gay, lesbian, intersexed, transgender, transsexual engendering revolution) geben, in aller Seelenruhe Händchenhalten, Reinstecken und Reinsteckenlassen und Kinder großziehen. Ist aber halt nicht so, und deshalb ist es gut, den Kindern in der Schule einfach zu sagen, dass schwul auch ok ist. Und deshalb ist es auch gut, dass Baden-Württemberg einen Ministerpräsidenten Kretschmann hat, der die Sache mit der angemessenen Entspanntheit und Klarheit behandelt.

Natürlich wird sich die Welt 2.0 auch weiterhin mit der Frage beschäftigen, welcher Fußballer sich als nächstes outet. Wäre ja auch der Knaller gewesen, wenn sich auf der Züricher FIFA-Gala neben Weltfußballerin Nadine Angerer auch irgendeiner der anwesenden männlichen Kollegen Fußballstars mit einem gleichgeschlechtlichen Partner präsentiert hätte. Cristiano Ronaldo zumindest lässt keinen Zweifel daran, nicht der nächste zu sein – der lässt sich immer gleich mit mindestens zwei messerscharfen Weibern fotografieren. Nicht, dass dagegen was zu sagen wäre.
Als zumindest akzeptabel Sport treibender heterosexueller Normalgewichtiger kann ich mir aber auf jeden Fall sowohl die medizinischen Studien wie auch die Spekulationen, die erhitzten Diskussionen und auch die größeren und kleineren Shitstörmchen zum gesamten Themenkomplex mit Kretschmann’scher Entspanntheit reinziehen – nur aufpassen werde ich, dass den Kindern in der Schule weder das Schwulsein verteufelt noch der Fetisch gepredigt wird...

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