By the way 1 - die N24-Sportglosse

Jede Woche hier und auf www.n24.de

Es geht wieder los in der Fußball-Bundesliga, und nach dem ersten Spieltag der Saison 2006/2007 ist eigentlich nur eine wesentliche Neuerung zu konstatieren: die Fernsehbilder kommen jetzt von Arena und nicht mehr von Premiere. Und wer das Glück hatte, trotz ordentlicher Anmeldung und einwandfreier Smartcard im Decoder nicht nur ein schwarzes Bild zu sehen, der konnte sich auch tatsächlich alle Spiele komplett reinziehen.

Ansonsten war alles weitgehend so wie in der Vorsaison. Die Bayern gewinnen, Bremen auch, bloss spektakulärer, die anderen Verfolger lassen Federn und der VfB Stuttgart präsentiert sich seinen Fans zum Saisonbeginn immer noch auf eine Art und Weise, die nur als Unverschämtheit bezeichnet werden kann. Da wird wohl schon in dieser Woche nicht nur der Abstiegskampf sondern gleich auch wieder die Trainerdiskussion beginnen, und aus dem Off werden sich die Stimmen derer mehren, die nach dem Trainer mit den großen Augen rufen, der seinerzeit, so um das Jahr 2000 herum, als Trainer von Bayer Leverkusen so lustige Pressekonferenzen gegeben hat in einem leuchtend blauen Anzug.

Das Schicksal des Trainers mit den großen Augen ist hinlänglich bekannt und hat mit dem derzeit alles beherrschenden Thema Doping ja eigentlich nichts zu tun, ist vielmehr eine reine Drogengeschichte. Wenn Herr Daum allerdings nicht immer so einen wirren Blick gehabt hätte, dann wären andere vielleicht gar nicht darauf gekommen, irgendwas zu vermuten und dann wiederum wäre es vielleicht nie zu dieser Haarprobe gekommen und dann … wäre Christoph Daum vielleicht gerade mit der Nationalmannschaft Weltmeister geworden und die Sportfreunde Stiller hätten durch das einfache Ändern einer einzigen Zahl in ihrem Song nicht noch mehr Geld verdient, wer weiß das schon.

Aber eins ist klar: Alle Welt redet vom Doping, in Göteborg munkelt man von Bärtchen und tiefen Stimmen bei so mancher Athletin, die halbe Radelite und so manch muskulöser Sprinter wird anderswo vom Wettbewerb ausgeschlossen – da sollte der sympathische 10.000 Meter-Läufer Jan Fitschen nach seinem nächsten Sieg mit persönlicher Bestzeit doch bitteschön die Augen nicht ganz so weit aufreißen wie heuer nach dem EM-Sieg. Wie oft auch immer er negativ getestet worden sein mag und wie sauber und über jeden Zweifel erhaben seine Leistungen auch immer sein mögen. Da sollte er sich vielmehr an das Schicksal des Trainers mit den großen Augen erinnern, denn wer mit derart riesigen Augen Interviews gibt, der provoziert fast schon automatisch so manchen Zweifel. Womit wir uns der Frage zuwenden könnten, ob in der Fußball-Bundesliga eigentlich gar nicht gedopt wird. Aber das ist ein anderes Thema…

CP, 14. August 2006

Zurück