By the way 260 – herumschleichend um das Thema Ausgliederung heute fast nur Nebensächlichkeiten...

Der VfB Stuttgart ist aufgestiegen und damit dort angekommen, wo er vor einem Jahr schon war. In der ersten Bundesliga. Jetzt eben mit 50 Millionen Euro weniger im Sack und einem schlechteren Kader. Dafür mit fast identischem Aufsichtsrat als oberstem Kontrollorgan, in dem, ohne dem mittlerweile erdbeernasig gewordenen alten Helden Hermann Ohlicher auch nur im Geringsten zu nahe treten zu wollen, die Sportkompetenz immer noch frappierend unterbesetzt ist. Aber wenn jetzt der Profifußball nebst Traditionsmannschaft ausgegliedert wird, dann wird ja offenbar alles gut, und der Daimler scheißt uns quasi zu mit seinem Geld. Da können wir ja, wait for it, die Leihspieler Mané und Asano gleich mal vollrohr für drei Jahre fest verpflichten, mit Gehalt und Beratern und allem reichen die 41 Millionen dafür doch vollkommen aus. Irritierend nur die Gerüchte, dass der Etat in der kommenden Saison ohne Ausgliederung genauso hoch sei wie mit Ausgliederung. Aber da denke ich sicherlich nicht langfristig und komplex genug und wende mich daher einfacheren Themen zu.

Zum Beispiel dem Thema Musik. Also bitteschön, nix gegen die „Fraktion“ und ihren Song „Für immer VfB“. Das ist unser Stadionlied. Das sollen wir alle lauthals und voller Inbrunst vor Anpfiff mitsingen, so wie sie in Bochum „Tief im Westen...“ schmettern, oder ganz oben „Hamburg, meine Perle...“, oder beim EffZeh „Mer stonn zo dir FC Kölle...“. Und in Freiburg und in Sinsheim singen sie das Badnerlied. Und überall geht einem das Herz auf, wenn man da im Stadion dabei ist, so viel Emotion, so viel Energie, körperlich spürbar, mit das Beste am Stadionbesuch, und dabei bin ich nicht mal Fan von denen. Und dann „Für immer VfB“?

Wir brauchen doch auch ein gescheites Stadionlied, jeder braucht ein gescheites Stadionlied. Und obwohl ich weiß, dass die Abstimmung pro Fraktion erst drei, vier Jahre her ist, und obwohl ein gutes Stadionlied ja eigentlich auch relativ einfachen Text haben muss und ergo Sprechgesang von 60.000 möglicherweise nicht das Gelbe vom Ei ist – trotz all dieser obwohls möchte ich „Troy“ von den Fantas hier und heute nochmal nachdrücklich als unser neues Stadionlied ins Gespräch bringen. Schnell noch vor der Ausgliederung, weil danach hat man als Vereinsmitglied mit dem Stadion und den Profis ja außer gegen Bezahlung zuschauen zu dürfen nix mehr zu tun. Also hurtig: Text auf die Leinwand, paar Spiele üben, das wird schon. Immerhin schon 2007 gesungen, und, ganz egal, wie man zu den Fantastischen 4 stehen mag, auf keinen Fall ein peinlicher Song, ganz im Gegenteil. Heimatverwurzelt und alles obendrein. Sogar längst in eigener VfB-Version vorliegend.

Und bevor wir alle dann endgültig auf die Zielgerade in Richtung außerordentlicher Mitgliederversammlung einbiegen, möchte ich abschließend noch etwas anderes vorschlagen, ein Geschäft fast schon karitativen Ausmaßes, gleichwohl win-win-win Situation: Lasst doch den guten Jean Zimmer wieder zurück auf den Betze. Dort in Kaiserslautern brauchen sie ihn dringend, und bei uns auf der Bank oder Tribüne kriegt der Arme noch Hornhaut am Hintern. Das eingesparte Gehalt dann gerne Herrn Terodde geben, damit der seine bislang noch unbewiesene und mancherorts auch angezweifelte Erstligatauglichkeit doch bitteschön beim VfB unter Beweis stellen kann. Deal?

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